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Die sogenannte Rotatorenmanschette, die vom Schulterblatt zum
Oberarmkopf zieht, besteht aus vier verschiedenen Sehnen. Sie
setzt dort in Form einer Sehnenplatte an. Die Rotatorenmanschette
ist für die Stabilisierung der Schulter, die Innen- und Außenrotation
sowie für das seitliche Abspreizen des Armes verantwortlich.

Sehnenverschleiss ist die häufigste Ursache für Schäden
der Rotatorenmanschette. Mit zunehmendem Alter nehmen diese Schäden
zu. Die Beschwerden werden meist von Bagatelltraumen ausgelöst.
Allerdings können auch Unfälle (Sport oder Arbeitsunfälle)
die Ursache sein. Schulterluxationen können die Manschette
ebenfalls verletzen. Die Supraspinatussehne ist am häufigsten
betroffen. Das Reißen der Sehne spüren die Patienten
bei traumatischen Ereignissen deutlich und ist von starken Schmerzen
begleitet. Der Arm kann meist nicht mehr seitlich angehoben werden.
In der Folgezeit klagen die Patienten über Schmerzen in Ruhe
und bei Nacht. Bei größeren Rissen verspüren sie
einen deutlichen Kraftverlust. Bei jungen oder bei sportlich ambitionierten
Patienten ist eine operative Rekonstruktion der gerissenen Manschette
frühzeitig notwendig. Bei älteren Patienten sollte erst
nach erfolgloser konservativer Therapie über 3 Monate ein
operativer Eingriff geplant werden. Besteht zusätzlich zur
Verletzung der Rotatorenmanschette eine Schultersteife, dann sollte
die Beweglichkeit der Schulter vor der Operation durch intensive
Krankengymnastik verbessert werden.

Das Ziel der Operation ist es die gerissenen Sehnenstrukturen am Oberarmkopf zu befestigen, um eine normale Kraftübertragung zu gewährleisten. Zusätzlich müssen entzündliche Strukturen und schmerzverursachende knöcherne Spornbildungen beseitigt werden. Dies kann bei kleinen Einrissen auf arthroskopischem Weg erfolgen. In den häufigsten Fällen ist eine offene Operation notwendig. über einen kleinen Hautschnitt an der Oberarmvorderseite werden die gerissenen Sehnen dargestellt, mobilisiert und mit speziellen Knochenankern am Oberarmkopf befestigt. Zusätzlich wird der Gleitraum der Sehne unter dem Schulterdach erweitert (Acromioplastik), um die Sehnennaht nicht zu gefährden.

Die lange Bizepssehne ist mit für die Vorwärtshebung des Armes verantwortlich. Auf Grund ihres komplizierten Verlaufs kommt es häufig zu Entzündungen oder Verletzungen. Häufig finden wir unfallbedingte Abrisse der Sehne am Oberrand der Gelenkpfanne (sog. SLAP Läsionen), in diesen Fällen ist eine arthroskopische Refixation nötig. Bei chronischer Sehnenentzündung oder Teileinrissen der Sehne kann die vollständige Durchtrennung der Sehne (Bizepssehnentenotomie) hilfreich sein.

Eine Ruhigstellung nach der Operation ist nur für wenige Tage notwendig. Die Rehabilitation ist sehr langwierig (ca. 3-6 Monate) und muss konsequent durchgeführt werden. Eine frühe Mobilisierung ist unbedingt erforderlich, um Verklebungen zu vermeiden. überkopftätigkeiten sollten für 6-8 Wochen vermieden werden. Die Prognose ist als gut zu bezeichnen.

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