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         Infoblatt (PDF 356 KB)  

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Isolierte Verschleisserscheinungen von der Knieaussen- oder Knie Innenseite können auf verschiedene Weisen operativ Versorgt werden. Zum einen gibt es die Möglichkeit, die Arthrose der Innenseite (Mediale- oder Varusarthrose) mittels Achskorrektur zu entlasten. Hierbei wird aus dem O-Bein mit Hilfe einer Platte eine X-Bein Konfiguration hergestellt und die Belastung so auf die Aussenseite verlagert. Hierzu haben wir ein gesondertes Informationsblatt. Liegt jedoch kein oder nur ein geringes O-Bein vor, oder ist die Abnutzung / Arthrose der Innen- oder Aussenseite bereits zu weit fortgeschritten so gibt es die Möglichkeit, isoliert die Oberfläche des betroffenen Areals zu ersetzen. Die Implantation einer unicompartimentale Knieprothese ist eine minimalinvasive Operation. Eine korrekt eingesetzte unicompartimentale Knieprothese funktioniert heute ohne weiteres 10-15 Jahre. Dann müsste bei Lockerung oder Abnutzung ein Prothesenwechsel oder bei Bedarf der Umstieg auf eine ganze Knieprothese vorgenommen werden. Geeignete Voraussetzungen sind: fortgeschrittene Arthrose nur einer Kniehälfte, nicht zu ausgeprägtes X- oder O-Bein, Stabile Bänder, Streckhemmung bis 10°, Alter ab etwa 60 Jahre. Idealerweise leiden sie auch nicht an einer Arthrose hinter der Kniescheibe.

operationtechnik
Die Operation kann in Vollnarkose oder Spinalanästhesie durchgeführt werden und dauert in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten.
Der Zugang erfolgt entlang der Innen- oder Aussenseite der Kniescheibensehne bis auf Höhe des Kniescheibenoberpols. Der Schnitt ist ca. 8-10 cm lang. Am Schienbein wird nun die defekte Gelenksoberfläche mit wenig Knochen entfernt. Hier wird später die neue Gelenksfläche platziert. An der Oberschenkelrolle wird nur der restliche Knorpel entfernt und mit Hilfe einer Schablone Löcher in die Oberschenkelrolle gebohrt. Diese Löcher dienen zur Befestigung der neuen Gelenksfläche. Die definitive Prothese wird einzementiert. Anschliessend wird die Wunde verschlossen und dabei eine Drainage zur Vermeidung von Blutergüssen eingelegt. Die gesamte Operation erfolgt in Bluttsperre (Druckmanschette), hierdurch lässt sich der Blutverlust noch geringer halten.



Am ersten Tag nach der Operation werden Sie bereits mobilisiert. Das heisst, mit der Physiotherapie und dem Pflegepersonal werden Sie aufstehen und je nach befinden die ersten Schritte gehen. Auch wird Ihr Knie auf eine Motorschiene gelegt. Die Drainage werden wir Ihnen ebenfalls am ersten postoperativen Tag ziehen.

• Sie dürfen ab dem ersten Tag Ihr Bein mit Hilfe von Gehstöcken voll belasten.
• In den ersten Tagen kann eine Schiene hilfreich sein.
• Die Stöcke können nach 1-3 Wochen weggelassen werden.
• Der Entlassung aus unserer Klinik erfolgt zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Operation.
• Das Bewegungsausmass wird in den ersten 6 Wochen mit Hilfe der Physiotherapie bis auf 120° gesteigert werden, anschliessend dürfen Sie Ihr Knie so weit sie können beugen.
• Eine Thromboseprophylaxe empfehlen wir Ihnen während 2-4 Wochen.
• Autofahren frühestens nach 6 Wochen.
• Vermeiden Sie längere Tätigkeiten im Knien oder in der tiefen Hocke.
• Vorsicht vor dem Ausrutschen auf glatten Böden (Badezimmer; Schwimmbad, feuchtes Parkett, Linoleumboden oder nasses Laub, etc.)
• Vor grösseren Eingriffen an den Zähnen (z.B. Kieferabszess) sollten Sie ebenso wie bei Eingriffen durch den Urologen, Gynäkologen und HNO-Arzt erwähnen, dass Sie Träger eines Kunstgelenkes sind. Ihr behandelnder Arzt sollte Sie dann vorübergehend mit einem Antibiotikum „abdecken“, um eine Streuung von Bakterien und ein Festsetzen an der Prothese zu verhindern.
• Vor der Sportausübung sollte das Ergebnis der 4 Monatskontrolle abgewartet werden. Prinzipiell ist abzuraten von Sportarten mit Dreh-, Stoss- und Sprungbelastungen, da die einwirkenden Kräfte einen erhöhten Verschleiss der Prothesenteile bewirken können und das Risiko einer vorzeitigen Abnützung oder Lockerung aus dem Knochen besteht. Geeignete Sportarten sind: Radfahren, Schwimmen, Skilanglauf, und moderates Wandern. Bedingt geeignet sind: Tennis, Skifahren, Golf, Reiten und Wandern in anspruchsvoller Landschaft. Ungeeignet: sind Sportarten wie Fussball, Handball, Volleyball, Laufsport, oder Extremskifahren.

Bewegungseinschränkung: Ziel ist es über die ersten 6 Wochen eine Beweglichkeit von 120° zu erreichen. Anschliessend darf das Bein frei bewegt werden. Trotz Physiotherapie kann eine Bewegungseinschränkung im Vergleich zur präoperativen Beweglichkeit entstehen. Streckdefizite werden durch diese Operation in der Regel nicht behoben.
Veränderungen der Beinachse: Ihre Beinachse wird im Vergleich zu vor der Operation nur unwesentlich verändert werden, dies resultiert aus dem Ersetzen der „verbrauchten“ Gelenksfläche.
Prothesenlockerungen: Diese können kurz nach der Operation sowie erst nach Jahren auftreten. In beiden Fällen bedingt dies jedoch eine Reoperation mit dem ersetzen der Prothese oder dem Wechsel auf eine ganze Knieprothese.
Wundheilungsstörungen: Jeder Hautschnitt kann nachfolgend zu Wundheilungsstörungen führen. Bei Grunderkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus (Zucker) ist die Wundheilung noch heikler und es kann zu Wunddehiszenzen kommen.

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